Undurchsichtige Begräbnispreise

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Die Konkurrenz am Bestattungsmarkt – was man als Kunde wirklich davon hat


Als moderner Kunde begrüßt man natürlich Konkurrenz auf dem heimischen Markt. Sorgt gesunde Konkurrenz doch auch für ein ansprechendes Preisniveau. Und zum Beispiel in unserer Hauptstadt Wien könnte diese nicht dichter gedrängt sein, dank 14 hier Filialen führenden Unternehmen.


Doch Vorsicht lieber Kunde du denkst falsch, wenn du annimmst, du könntest einfach „den Billigsten nehmen“. Denn was am Preiszettel steht, ist oft noch lange nicht der billigste Preis. Ein Umstand, den dir in den vergangenen Jahren diverse Gazetten mit reißerischen Titeln über die „Undurch-sichtigkeit der Preise im Bestattungsge-werbe“ offenbart haben. Was dir aber die guten Redakteure dieser sich vielleicht als Konsumentenschutz verstehenden Berichte nicht gesagt haben – nicht jeder Bestatter will seine Kunden bloß übers Ohr hauen.


Glaub mir, ich kenn sie gut die Herren und Damen Bestatter, denn ich arbeite direkt mit ihnen zusammen. Das heißt jetzt nicht, dass ich sie bloß in Schutz nehme, um weiter von ihnen beauftragt zu werden. Aber, du lieber „potentieller Auftraggeber“ sollst wissen, warum das, was unterm Strich rauskommt, eben nicht die letzte Zahl ist, die du vor deiner Entscheidung „zu wem geh ich denn nun?“ vergleichen sollst.


Mit einem haben die Pressemenschen ja recht: „man kann Bestattungsangebote einfach nicht 1:1 vergleichen“. Schuld dran sind aber nicht die Bestatter, die da etwas bösartig verschweigen (und ja man hört munkeln solche gibt es auch). Wenn du als Kunde vorn weg mit der Frage: „was kostet denn ein Begräbnis bei Ihnen?“ zu ihnen kommst, dann ist das so wie beim Autokauf auf diversen online Privatverkauf-Plattformen, als würdest du fragen: “Was ist letzte Preis?“. Mag keiner und weiß jeder, dass es ´ne blöde Frage ist. Und warum?

Du als Kunde willst wissen: „was Alles zusammen kostet“. So wär‘s natürlich am Einfachsten zu vergleichen. Aber da gehören dann auch Kosten dazu, die von Bundesland, Friedhof, Gemeinde und Umfang dessen, was man dir anbietet, abhängen und den Preis regional und dienstleistungsbezogen verändern. Zu kompliziert?

  • Wenn in Ost- Österreich zum Beispiel alleine der Tagessatz für das Kühlhaus von 25 bis 125 Euro variiert.

  • Die Eröffnung eines Erdgrabes gegenüber der einer Gruft mit Deckel es nicht notwendig macht einen Steinmetz (mit Versicherung falls was runterfällt) mit Hebegerüst zu beauftragen.

  • Oder auch die Wertigkeit von Aufbahrungsgegenständen, Dekor, Drucksorten oder ganz einfach die Kleidung des tragenden Personales einen deutlich sichtbaren Unterschied am Tag X machen wird..

.. wie willst du dann lieber Kunde Bestattung A mit B wirklich vergleichen können?


Bestattungen sind eben auch nur Unternehmen und schreiben ihre Rechnungen nicht nach einheitlichen Vorgaben. Darum sind die Anbote eben nicht kongruent im Vergleich. Willst du vergleichen, mußt du nachschauen, ob dieselben Positionen die jeweilige Endsumme bilden.


Und das ist heute mein Tipp an dich.

Nutze die Konkurrenzsituation zwischen Bestattungen dort aus, wo es dir wirklich nutzt. Beim Erlebnis!

Du bist einerseits zahlender Kunde für viele kleine/große Erledigungen; dazu gehören Abholung, Transport, Kühlung, Verwaltungsaufwand, Koordination mit Friedhof, Gemeinde usw.

Aber vergiss nicht, deine Rolle als konsumierender Gast des Begräbnisses.

Denn es geht um Tag X bei allem worauf du mit „deinem Bestatter des Vertrauens“ zusteuerst. Du bist eben auch erlebender Kunde.

Ein Begräbnis zu organisieren ist wie: Du kaufst einen Mittelklassewagen.

Den kaufst du doch auch nicht nur wegen dem Preis. Du entscheidest dich für eine Marke aufgrund ihres Images, Services. Du wählst das Fahrzeug nach Bequemlichkeit oder Fahrvergnügen. Das was drin ist, soll wertig sein und sich gut anfühlen. Natürlich kannst du sagen:“ billich-willich“ und jetzt weißt du, dass du in deinen Vergleich viel mehr als die augenscheinliche Zahl unterm Strich einbeziehen solltest.


Du wirst schnell merken, dass viele Bestatter sich eben (nur) über ihre Preise definiert haben und durch Konkurrenz, die genauso denkt, dir nicht viel Spielraum nach unten bieten können. Was Du wirklich vergleichen sollst, ist das, was ich in meinem Blogartikel „Bestatter kochen auch nur mit Wasser“ erkläre. Ganz einfach. Welche Show willst du? Lies hierzu meinen Artikel "Alles nur Show?"


Wenn du als Kunde nur 0815 an der Dienstleistung „Begräbnis“ abfragst, wirst du es leichter haben zu vergleichen. Wenn es dir ums Pfennigfuchsen geht, solltest du so ein gutes Preisgefühl bekommen. Du wirst aber bemerken, dass der Preis irgendwann hinter angebotener Dienstleistung, wirklich persönlicher Betreuung, ehrlicher Erklärung und menschlicher Begleitung in dieser schweren Zeit (um ein paar hundert Euro auf oder ab) unwichtig wird.


Dann hast du „den Bestatter/Dienstleister deines Vertrauens gefunden“.