2008 wurde meine Oma beerdigt

und sie war mir der wichtigste Mensch       
 

Sie hatte kein "schönes Begräbnis" - sondern eines von denen man spricht...

Ich sorge heute dafür, dass so etwas niemand mehr erleben muss.

Denn, warum sollte Ihre Trauer eine andere als meine sein?

seit 2012
+2000 Begräbnisse

Nein, man wacht nicht eines Morgens auf und beschließt:"ich muss tote Menschen bestatten". Es ist ein Beruf, der einen "findet".

Heute, nach all den Jahren zuvor in den Medien, bin ich froh sagen zu können: "ich habe einen Beruf und nicht einen Job". Ich bin wirklich angekommen.

Ein Trauerredner oder Grabredner heißt es, spricht über Menschen, die er gar nicht kannte. Stimmt zumeist - aber eigentlich spreche ich mit den Trauernden über ihn oder sie. Und dieses Miteinander ist das, was ein Begräbnis ausmacht!

 

Es kommen immer öfter Menschen nach einem Begräbnis auf mich zu, holen sich eine Visitenkarte und sagen:"Ich will, dass Sie einmal mein Begräbnis machen". Weil sie gesehen haben "was man aus diesem Tag machen kann", wenn man gemeinsam tut.

Man hat mich gefragt, ob ich "bereit wäre, meinen Dienst am Friedhof tröstlich anzutreten". Ich habe "Nein" gesagt.
Ich bilde mir nicht ein, ich könnte irgendjemand am Friedhof trösten. Ich bin aber dazu da - für Sie da - wenn Sie bereit sind - Ihren eigenen Trost in sich zu finden. Ich helfe und "schubse" in die richtige Richtung.

Wir wünschen uns immer ein "schönes Begräbnis" für ihn oder sie.

Noch nie aber hat der Ausspruch"weil es sich so g'hört" wirklich dazu beigetragen.

Es gibt so viel falsch Verstandenes und selbst Aufgezwungenes bei Begräbnissen "weil man das ja immer so gemacht hat". Aber es tut keinem gut.

Es tut der Familie nicht gut, wenn ihre Verwandten sie vorne in der ersten Reihe alleine sitzen lassen und sich selbst ganz hinten im Raum an die Wand "drängen" - aus Angst, sie könnten sich zu wichtig machen. Dann traut sich keiner hinzugehen, um mit der Familie ein ganz normales Wort zu reden, aus Angst "man könnt' sie ja zum Weinen bringen".

Ja, ein Begräbnis soll würdig und wertvoll sein. Es soll aber auch zu dem- oder derjenigen passen. Ich sehe es als meine Aufgabe den Sinn und die Stimmung einer Lebens- oder Trauerfeier mit allen gemeinsam - sozusagen im stillen Einverständnis - zu etwas zu machen, mit dem man dankbar nach Hause geht und diesen Tag gerne zurückerinnert. Weil man diesen für Ihn/Sie, alle Anderen und für sich selbst zu etwas Liebevollem hat werden lassen.