Städtische oder Private Bestattung? David oder Goliath?

Seitdem 2002 in Österreich der Gebietsschutz für Bestatter gefallen ist, hat sich durch natürlich wachsenden Mitbewerb die Bestattungsbranche und ihr Auftritt Kunden gegenüber drastisch verändert. Allein in der Hauptstadt werben nun bis zu 14 verschiedene Unternehmen mit mehr als doppelt so vielen Filialen um das Vertrauen und die Auftragserteilung der Hinterbliebenen.

So findest du mittlerweile auch eine große Anzahl an immer moderner klingenden Bestattungsformen, die eine Alternative zu dem bisherigen Gewohnten suggerieren sollen.


Naturbestattung, Privatbestattung, Eventbestattung, Seebestattung, Feuerbestattung, Urnenbestattung, Baumbestattung, Erdbestattung und Luftbestatter bieten dir ihre Dienstleistungen an.


Was unterm Strich aber übrigbleibt, sind zwei Grundformen von Bestattern:

städtische“ und „private“.

copyright-fotoshooting-wien.at Wobei „privat“ für sich schon mehr ein Marketing-Gag, als eine tatsächliche Geschäftsform (KG, OHG, GesmBh,..) ist. Der Terminus kommt vom juristischen Ausdruck „in privater Hand“ im Vergleich zu „in städtischem Besitz“. „Privat“ ist also durchwegs mal kein Qualitätskriterium, auf das du dich verlassen solltest.


Aber genauso wie „die städtische Bestattung hat das Begräbnis durchgeführt“ gut klingt, genauso ist es für manche Kunden erstrebenswert sagen zu können: „wir haben uns einen privaten Bestatter geleistet“. Woran der Durchschnittskunde denkt: "der Preis hätte den Ausschlag gegeben". Auch falsch.


Wer glaubt er habe „ein Schnäppchen“ beim ein oder anderen Bestattungsinstitut gemacht, vergisst, dass er es mit dem tatsächlich ältesten Gewerbe der Welt zu tun hat.


Pfennigfuchsen hat aber nichts mit dem „emanzipierten Bestattungskunden“ zu tun, zu dem ich dich hier in meinem Blog machen möchte. Und auch der Preis eines Begräbnisses ist kaum aussagekräftig, um sagen zu können, ob es ein „schönes Begräbnis“ werden wird.

Es scheint die Frage um „privat“ oder „städtisch“ die Frage nach Smart oder Bentley zu sein. In Wirklichkeit aber ist es die Frage um das Erlebnis. Dieses wird dir von den Dienstleistern bereitet, die du beauftragst und wie bei allem anderen in dieser Welt steht der Preis nur im Verhältnis zum Aufwand an Produktionsmitteln und Zeit.



Und hier beginnt nun der wirkliche Unterschied.


Die Größe eines Bestattungsunternehmens lässt dich als versierten Kunden gewisse Dinge erahnen:


Marketing, Werbung, Internetauftritt

Golitath

  • Ein großes Werbebudget macht sichtbar. Der Name ist seit Jahren in aller Munde und Innbegriff und Synonym der Branche. Eine „städtische“ Bestattung hat schon vom Namen her einen großen Partner im Hintergrund, der das Business von Amts- und Rechtswegen her erleichtert.

  • In Sachen Internet braucht es oft viele Jahre länger bis sich hier mal etwas Neues tut. Wenn aber dann umso budgetgewaltiger.

David

  • David hat vielleicht nicht das Werbebudget für große überregionale Reichweite und seine Bekanntheit erstreckt sich meist nur auf den Umkreis seiner Friedhöfe. Dafür kennt man ihn persönlich. Er ist „unser Bestatter“, der Bestatter der Heimatgemeinde – bekannt vom Wirtshaustisch und „von Früher“. Seine Homepage ist aber je nach Alter und Modernität des Betreibers up-to-date oder eben nicht. Er überrascht mit neuesten Funktionen und Apps oder es fehlen die so wichtigen Fotos um „erahnen zu können als Kunde“.


Die Person deines Vertrauens & Das Aufnahmegespräch


Goliath

  • Es wird unwahrscheinlich sein, dass der oder diejenige die dein Aufnahmegespräch mit dir geführt hat (=Kundendienstmitarbeiter) dich auch am Friedhof wird begleiten können. Sein oder ihr Platz ist in der Filiale. Du wirst vor Ort am Tag X von jemand anderem Betreut. Dem Arrangeur – der nun dein neuer „Vertrauter“ ist alles Ausgemachte vom Gespräch in der Filiale für dich und die deinen zu erfüllen.

David

  • Man sollte nicht glauben, dass es bei Goliath nicht auch klein und gemütlich (je nach Bürogröße des Besprechungsraumes) zugehen kann. Doch bei kleineren Bestattungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit dem Inhaber persönlich zu tun bekommt einfach eher gegeben. Und das bedeutet für dich als Kunden ein hundertprozentiges Qualitätsversprechen der Geschäftsleitung.


Das Angebot

Goliath

  • Dir wird aufgrund größerer Verkaufsflächen eine wesentlich größere Anzahl an Ausstellungsstücken vorgeführt werden können. Wenn du also Wert darauf legst bestimmte Holzarten oder Urnenvarianten nebst weiterer Dekoration sehen oder gar anfassen zu können, wirst du in großen Filialen mehr „ab Lager“ sehen können.

  • Alteingesessene und große Bestattungsinstitute haben oft eine größere Anzahl an auswählbaren Alternativen. Dies rührt von jahrelangen Partnerschaften zu einer Vielzahl an Dienstleistern. Hier wirst du u.U. mehr Auswahlmöglichkeiten geboten bekommen.

David

  • Bei vor allem neuen Bestattungen wirst du die „Besonderheiten“ des Bestattungswesens und neueste Trends kennenlernen. David hat hier den Vorteil auch neue Produkte und Services schneller in sein Repertoire aufnehmen, und nach Kundenwunsch austauschen zu können.

  • Beim kleinen Bestatter kann die Individualisierung oft bis ins kleinste Detail reichen. Selbst der bemühteste Kundendienstmitarbeiter großer Bestattungshäuser kann nicht gegen organisatorisch notwendige Abläufe eines großen Unternehmens (die vielleicht seit Jahrzehnten eingespielt sind) entscheiden.


Die Utensilien und Fahrzeuge

Mit dem Leichenwagen und den Aufbahrungsgegenständen haben Bestatter ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Dienstleistern. Diese Utensilien und Fahrzeuge sind meist Spezialanfertigungen und haben einen entsprechenden Preis. Auch in der Vermietung.

Goliath

  • Nicht selten sieht man einen dreizackigen Stern vorne auf den Kühlerhauben von Bestattungsfahrzeugen, um auch hier den Verstorbenen ein möglichst prunkvolles letztes Geleit zu geben.

  • Aufbahrungsgegenstände hingegen werden von größeren Unternehmen für den Langzeiteinsatz gekauft. Sie sind besonders stabil und langlebig. Wirken daher aber auch vielleicht schon altmodisch. Was für Begräbnisse ja auch einen gewissen Charme hat: "Richtig nostalgisch - Sowas sieht man heute ja gar nicht mehr".

David

  • Auch David hat mitunter ein ansprechendes Fahrzeug. Vielleicht nicht immer das letzte Model und eben nur eines. Goliath’s Fuhrpark kann mehrere Begräbnisse gleichzeitig mit Prunk-Leichenwagen besetzen.

  • Hingegen findet man bei neuen Bestattern oft den „letzten Schrei“ von der letzten Bestattungsmesse, wenn es um Aufbahrungsgegenstände geht. Auch von David werden zumeist hochwertige Materialien ausgewählt, die besonders dem oftmaligen Aufbau und Transport zu unterschiedlichen Friedhöfen standhalten müssen. Ein individuelles Arrangement der Aufbahrung entsteht so jedes Mal.


Tipp:


Nimm dir Zeit das Angebot des Bestatters deines Vertrauens kennenzulernen und entwickle ein gutes Gefühl wofür du Geld ausgibst.

Auch wenn es eine Vielzahl an Entscheidungen zu treffen gilt - Ich verrate dir ein Geheimnis:

„Auch Bestatter kochen nur mit Wasser“

lies hierzu meinen Blog


Es gibt eine finite Anzahl an Dingen, die du fix für ein Begräbnis brauchst.

David und Goliath haben beide diese in Schublade und Lager.

Wie bei vielem im Leben kommt es also nicht auf die Größe an -sondern ganz auf dein Gefühl.

Fühlst du dich wohl diesem Unternehmen dein Vertrauen zu schenken?

Hat man dich durch Information und Anleitung zu einem emanzipierten und mündig entscheidenden Kunden im Thema Bestattung gemacht?


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