Reden wir über’s Begraben und Bestatten - HochDeutsch?

„Aber frei Schnauze – ohne Tamtam, ohne aufgesetzt, mit dem Dialekt von wo wir herkommen“


Mit diesem Gedanken und diesen Worten hat mich ein ehemaliger Kunde eingeladen mit ihm ein Interview in seinem Online Radiosender zu führen. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme für die Idee und sehr dankbar, dass meine Blogthemen nun eine größere Hörerschaft erreichen würden. Aber ich hatte total vergessen, wie lange es eigentlich her ist, dass ich den Dialekt meines Ursprunges in meine Sprecherstimme hab einfließen lassen.

Denn ganz klar: mit Medienarbeit, auf Live-Bühnen, im Radio oder TV darfst du als Moderator nur sehr selten „frei Schnauze“ sprechen und am Friedhof wird auch ein mehr gesitteteres Deutsch verlangt oder erwartet.

Aber, ich liebe eine Challange!

copyright-fotoshooting-wien.at

Und so traf es sich ganz gut, dass ich nach einem Begräbnis, zu dem ich als Trauerredner vom Verstorbenen selbst gerufen worden bin, mich auf den Weg nach Sooß machte. Dort erwartete mich Musiker und Sänger von „Homeless VoicesMarco Krojer. Wir beide kennen uns seit sechs Jahren. Seit ich seinen Vater beerdigt habe. Und seither verlieren wir uns auf Facebook nicht aus den Augen.


Marco hat mir erzählt wie mein Tun als Grab- und Trauerredner nicht bloß das Erlebnis Begräbnis (lies hierzu meinen Blog) für Ihn für immer verändert hat, sondern wie sich auch seine Einstellung zu seiner eigenen Trauer gewandelt hat.


Was ich nicht wußte, dass Marco nicht bloß ein grandioser Heimgeber und Pfleger von altersschwachen und verstoßenen Haustieren ist, er hat auch noch den Verein „Musik-Mensch-Tier“ kurz MuMenTi gegründet.


Als ich an diesem Tag in der Früh in der Tierbestattung Endless-Love aus Leobersdorf war und mit Leiterin Monika Schuster über Nachrufe für Tiere sprach, lobte sie Marco’s Engagement und Einsatz sehr herzlich. Und weil Marco freiwillig und unbezahlt die letzte liebevolle Station für diese Tiere bildet, möchte hier ganz unverfroren seine Spendenseite einfügen:

www.mumenti.at/pages/spenden


Gemeinsam mit seiner Frau Natascha, mit der er als Homeless Voices auf der Bühne steht, betreibt Marco aber auch das Online-Radio MuMenTi.

Es ist anders und das ist bewußt so. Für jemanden der aus ein paar heimischen Radiosendern kommt auch mal eine Abwechslung ein wirklich heimeliges Studio zu erleben. Und welcher Moderator kann heute noch sagen, er durfte sich seine Pfeife während der Sendung anzünden und diese genießen. Um dann noch obendrauf in seinem ursprünglichen Dialekt zu sprechen.

Wir hatten wirklich Spaß und Freude an unserem Miteinander und das Thema Tod, Begräbnis und Trauer hatte für uns keinen Schrecken.



Tipp - Hör rein:



Rückblickend ist es so erstaunlich, wie viele Anekdoten dieses eine Begräbnis genau am selben Tag für unsere Sendung zu erzeugen vermochte. Was wiederum nur beweist, dass wenn man aus einem Begräbnis etwas macht – Grandioses entsteht.



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