Begraben & Bestatten

Aktualisiert: Sept 27

Der Blog rund um das Thema Tod.


Hallo! Ich hoffe, du brauchst mich gerade nicht. Ich hoffe du liest diesen Blog gerade nur, weil du neugierig bist etwas über dieses Thema zu erfahren und nicht, weil du gerade auf der Suche nach Informationen bist, die dir unsere “unsagbar auf‘s traurige Trauern fixierte Bestattungskultur“ nicht bietet.




Es ist schon komisch von dankbaren Menschen nach getaner Arbeit zu hören: “Ich hoffe, ich sehe Sie so schnell nicht wieder“.

Darum habe mich mir auch angewöhnt, den Menschen mit meinem, hinter sprachgeschulter Stimme gut verstecktem, Wiener Dialekt, mit einem Augenzwinkern darauf zu sagen: “mocht’s ma halt koa Oaweit“.


Aber es hört ja keiner auf mich – den Grabredner – Trauerredner – Funeralrhetoriker oder wie man diesen Beruf so nennt.




Weil wir alle nicht wissen „wie, was, wann, wer, wo und besonders warum“ bei diesem Thema. Wenn es denn in unserem ach so toll durchgestylten, verplanten, modernen und überhaupt nicht damit rechnenden Leben passiert, dass der Tod einfach sein Versprechen einlöst. Weil uns von Kindestagen niemand darauf vorbereiten will: „weil man mit Kindern ja über sowas nicht spricht“. Weil die später noch immer ahnungslosen Erwachsenen sich: „damit nie befassen wollten“. Weil sich offenbar niemand wirklich Zeit für die akutesten Fragen (die anderen vielleicht am wenigsten Geld einbringen), der in die Rolle der „Hinterbliebenen“ Hineingestoßenen nehmen will.


Genau darum habe ich mich entschlossen, diesen Blog zu beginnen. Er soll dich informieren und dir entscheiden helfen. Er soll dich vorbereiten und dich zu einem emanzipierten Kunden und Entscheider machen, der nicht bloß auf das gute/dumme-alte „weil sich’s so g’hört“ hören braucht, sondern mutig, stolz und bewusst eines hoffentlich fernen Tages mit seiner eigenen Trauer umgehen kann. Also hier auch für dich: “mach mir keine Arbeit!“ Und wenn doch, sollst du wissen, ich bin für dich und die Deinen da.

Heute war mein 2550 Begräbnis. Und es war nicht irgendeines. Nicht wie in den vergangenen acht Jahren, dass ich den Menschen, den ich da auf seinem letzten Weg begleitet habe, nicht gekannt habe. Heute habe ich meinen „Ersatz-Opa“ Artur beerdigt. Und heute habe ich nach langer Zeit mal wieder in einer Aufbahrungshalle geweint. Ja, auch ich habe Angst vor diesem Tag gehabt und war trotz seiner 94 Jahre erschrocken, als mich „der Anruf“ erreichte. Ich stand gerade vor der Tür einer Familie, die mich zu einem Hausbesuch „wegen dem Papa“ eingeladen hatte. Meine eigene und ihre Trauer, es gab keinen Unterschied zwischen uns. Es ging uns allen gerade gleich dreckig. Und ja, auch als Grabredner weißt du noch nicht, was du dann bei deiner eigenen Familie sagen wirst. Und das möchte ich dir in Zukunft näher bringen.


Dieser Blog wird dir Tipps aus meiner Erfahrung rund um das Thema Begraben und Bestattung näherbringen. Er wird dich auch hinter die Kulissen unserer Bestattungskultur führen. Damit du dann, wenn es sein muss, bereit bist, dich zu entscheiden. Denn du wirst merken: “dieser Tag frägt dich um nichts anderes als – Was machst Du aus mir?“ Aber für wen? Dich? Die Anderen? Ihn/Sie? Du wirst ihn nicht vergessen. Egal wie sehr du ihn runter spielst. Egal wie billig du ihn machst, damit‘s nur nicht nach Tamtam ausschaut oder eine Lawine kostet: “weil wenn ich nix draus mach, kann’s mich ja auch nachher nicht so emotional herbeuteln“… Glaub mir ich habe viele Wege gesehen, wie Menschen versucht haben, aus Selbstschutz sich geschickt vor ihrer eigenen missverstandenen Trauer zu verstecken, oder andere vor der Vehemenz des unabdingbar Menschlichen zu schützen. Und Gedanken wie „so billig wie möglich“ oder „das ist mir die Mama wert“ sind nur die Endpole des völlig falschen Ansatzes: „und auch der Tod ist nicht umsonst“.

Das mit dem Tod glauben manche, ist wie mit dem Bettler auf der Straße – wenn man nicht hinschaut, ist er gar nicht da – alles ist gut und wir machen mal auf „immer und ewig“.

Ich war daher total begeistert, als vor zwei Jahren in Wien die Messe Seelenfrieden mit dem Ansatz: „der Tod ist kein Tabu“ von Sabine List ins Leben gerufen worden ist. Denn dieser zeigt den Geist unserer Zeit. Endlich beginnen wir diesen Teil unseres Kulturgutes zu hinterfragen. Auch dieses so unangenehme Thema. Endlich hinterfragen wir, ob uns das wirklich gut tut, was uns da als „war scho‘ immer so“ von den ewig Gestrigen als pietätvoll und korrekt im Fall des Falles vorgebetet und abverlangt wird.


Endlich ist die Zeit reif Begraben und Bestattet zu dem zu machen was es sein soll. Ein „Wir sind hier heute zusammengekommen um ...“


Und dieser Blog wird dir die Antworten darauf geben.